Die Auswirkungen von Klimaanpassungsmaßnahmen auf das Wohlbefinden in Österreich


Das Projekt ACTWELL

Das ACTWELL-Projekt untersucht, wie sich Klimaanpassungsmaßnahmen in Österreich auf die Lebensqualität der Menschen auswirken. Ziel ist es, Anpassungsstrategien zu identifizieren, die die Auswirkungen von Hitze, Überschwemmungen und anderen Klimarisiken abmildern und gleichzeitig das Wohlbefinden verschiedener Bevölkerungsgruppen verbessern. Gemeinsam mit Regionen und Städten werden Maßnahmen evaluiert und simuliert, um ihre Auswirkungen über Generationen hinweg zu bewerten. Auf dieser Grundlage entwickelt ACTWELL praktische Empfehlungen für politische Entscheidungsträger:innen und Verwaltungsfachleute, um sicherzustellen, dass die Klimaanpassung widerstandsfähig, gerecht und auf die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) abgestimmt ist.

Das Projekt wird vom Energieinstitut an der Johannes Kepler Universität Linz (EI-JKU) koordiniert und gemeinsam mit dem International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA) und dem Institut für Höhere Studien IHS durchgeführt. Es wird im Rahmen des Austrian Climate Research Programme (ACRP) gefördert und läuft von November 2025 bis November 2028.


MOTIVATION

Der Klimawandel stellt eine zunehmende Herausforderung für das menschliche Wohlergehen, die wirtschaftliche Stabilität und den gesellschaftlichen Zusammenhalt dar. Bereits heute zeigen sich in Österreich deutliche Auswirkungen, etwa durch häufigere Hitzewellen, vermehrte Überschwemmungen und den beschleunigten Rückgang der Gletscher. Diese Veränderungen betreffen zentrale Bereiche wie Gesundheit, Wirtschaft und Infrastruktur ebenso wie wesentliche Wirtschaftssektoren und haben darüber hinaus spürbare Folgen für soziale Strukturen sowie das psychische Wohlbefinden der Bevölkerung. Ohne rechtzeitige und wirksame Anpassungsstrategien ist davon auszugehen, dass diese Belastungen weiter zunehmen. Gleichzeitig besteht weiterhin Unsicherheit darüber, welche Maßnahmen besonders geeignet sind, Klimarisiken effektiv zu reduzieren und die Lebensqualität langfristig zu sichern.Vor diesem Hintergrund verfolgt das Projekt das Ziel, einen integrierten Ansatz – das „Adaptation Wedges Concept“ – weiterzuentwickeln, der Klimaanpassung systematisch mit der Förderung des Wohlbefindens verknüpft. Durch die Untersuchung bestehender und geplanter Maßnahmen in ausgewählten Regionen werden deren Auswirkungen auf gesundheitliche, wirtschaftliche und soziale Dimensionen des Wohlbefindens analysiert. Auf diese Weise trägt das Projekt dazu bei, bestehende Wissenslücken zu schließen und eine fundierte Grundlage für eine koordinierte, gerechte und langfristig wirksame Klimaanpassung in Österreich zu schaffen.

PROJEKT ZIELE

Vor diesem Hintergrund verfolgt das Projekt das Ziel, auf Basis des „Adaptation Wedges“-Konzepts einen integrierten Ansatz weiterzuentwickeln, der Klimaanpassung systematisch mit der Förderung des Wohlbefindens verbindet. Durch die Analyse bestehender und geplanter Maßnahmen in ausgewählten Regionen wird ein vertieftes Verständnis ihrer Auswirkungen auf gesundheitliche, wirtschaftliche und soziale Dimensionen des Wohlbefindens angestrebt.Darauf aufbauend werden in enger Zusammenarbeit mit relevanten Stakeholdern umsetzungsorientierte, wissenschaftlich fundierte und regional verankerte politische Handlungsempfehlungen entwickelt. Das Projekt leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung der Klimaresilienz sowie des gesellschaftlichen Wohlbefindens in Österreich. Zugleich adressiert ACTWELL eine zentrale Wissenslücke und schafft die Grundlage für eine koordinierte, gerechte und langfristig wirksame Klimaanpassung.


ACTWELL – Klimaanpassung gerecht und nachhaltig gestalten

Besonderes Augenmerk wird auf soziale Gerechtigkeit und die Gleichstellung der Geschlechter gelegt, um sicherzustellen, dass auch benachteiligte Gruppen von der Klimaanpassung profitieren. ACTWELL trägt zur Umsetzung zentraler Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) bei, insbesondere Klimaschutz (SDG 13), Verringerung von Ungleichheiten (SDG 10), nachhaltige Städte (SDG 11), Gesundheit und Wohlergehen (SDG 3), Geschlechtergleichstellung (SDG 5) sowie verantwortungsvoller Konsum und Produktion (SDG 12). Das Projekt stützt sich auf naturbasierte Lösungen wie Stadtbegrünung und die Renaturierung von Auen, um Klimarisiken zu mindern, die Biodiversität zu stärken und die Luftqualität zu verbessern. Gerechte Anpassungsstrategien, die sich auf gefährdete Gruppen konzentrieren, fördern zusammen mit partizipativen Prozessen den sozialen Zusammenhalt und die lokale Eigenverantwortung. Insgesamt bietet ACTWELL klare Entscheidungsrahmen und konkrete Empfehlungen, um die Anpassung an den Klimawandel wirksam, fair und alltagstauglich zu gestalten und damit die Resilienz und Lebensqualität in Österreich zu stärken.


Methodik

Das ACTWELL-Projekt verfolgt einen breit angelegten, interdisziplinären Ansatz, um zu untersuchen, wie Maßnahmen zur Klimaanpassung die Lebensqualität der Menschen verbessern können:• Zu diesem Zweck werden bestehende und geplante Maßnahmen in mehreren österreichischen Regionen und Städten systematisch dokumentiert und nach Themenbereichen wie beispielsweise Hitze- oder Hochwasserrisiken kategorisiert.• Anhand von Experten- und Bürgerbefragungen bewertet das Projekt, wie sich diese Maßnahmen vor und nach ihrer Umsetzung auf Gesundheit, Lebensqualität und soziale Sicherheit auswirken.• Darüber hinaus werden einfache Experimente durchgeführt, um besser zu verstehen, welche Maßnahmen von der Bevölkerung bevorzugt werden und wo Hindernisse für ihre Umsetzung liegen.• Das MIWAG-Simulationsmodell hilft dabei, die kurz- und langfristigen Auswirkungen von Anpassungsmaßnahmen auf verschiedene Bevölkerungsgruppen zu bewerten.• Einbindung von Interessengruppen: In Workshops arbeitet das Projektteam mit regionalen Interessengruppen zusammen, um praktische Lösungen zu entwickeln, die auf die lokalen Bedürfnisse zugeschnitten sind.


Forschungsfragen des Projekts

Wie wirken sich konkrete Maßnahmen zur Klimaanpassung (z. B. Stadtkühlung, Hochwasserschutz, nachhaltiger Tourismus) auf subjektive und objektive Indikatoren des Wohlbefindens aus, wie z. B. Lebenszufriedenheit, psychische Gesundheit und Einkommensstabilität?

Welche Strategien zur Klimaanpassung sind in verschiedenen regionalen Kontexten in ganz Österreich besonders wirksam, um das Wohlbefinden zu fördern?

Wie lassen sich die Auswirkungen von Klimaanpassungsmaßnahmen auf das Wohlbefinden quantifizieren, und inwieweit beeinflussen sozioökonomische Ungleichheiten – einschließlich geschlechtsspezifischer Einkommensunterschiede und ungleichen Zugangs zu Ressourcen – die Fähigkeit verschiedener Bevölkerungsgruppen, sich an den Klimawandel anzupassen?

Welche Verhaltensfaktoren [psychologische und soziale Determinanten] wie Vertrauen, soziale Normen und Risikowahrnehmung beeinflussen die Akzeptanz und den Erfolg von Klimaanpassungsmaßnahmen?


PROJEKT-TEAM

Energieinstitut an der JKU Linz

EI Logo

Institut für Höhere Studien (IHS)

IHS Logo

International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA)

IHS Logo

ZwanzigVierzig

IHS Logo

NEWS & EVENTS

Die neuesten Nachrichten und Veranstaltungen rund um das Projekt auf einen Blick.

KICK-OFF Linz 26.01.2026Mit dem offiziellen Kick-off-Meeting des Forschungsprojekts ACTWELL („ACTive WELL-being through climate adaptation“) ist eine spannende Initiative zum Thema Klimaanpassung in Österreich gestartet.Gemeinsam mit unseren Projektpartnern IHS, IIASA und Zwanzigvierzig arbeitet ein interdisziplinäres Team daran zu untersuchen, wie Klimaanpassungsmaßnahmen wie Hitze- und Hochwasserschutz die Lebensqualität verschiedener Bevölkerungsgruppen beeinflussen. Ziel ist die Entwicklung evidenzbasierter Strategien und politischer Leitlinien für eine sozial gerechte und gesundheitsfördernde Klimaanpassung.

Foto Projekt-Team

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit allen Partnerinstitutionen und bedanken uns herzlich für den erfolgreichen Projektstart!


ERGEBNISSE & PUBLIKATIONEN

An dieser Stelle finden Sie künftig wissenschaftliche Publikationen [Ergebnissse] aus dem Projekt.


KONTAKT

Energieinstitut an der JKU Linz


Das Projekt wird vom Klima- und Energiefonds finanziert und im Rahmen des Österreichischen Klimaforschungsprogramms (ACRP) von der FFG verwaltet.


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